Berufsfindung 2021

Als ich vor 14 Jahren meinen ersten Schulabschluss machte, kam gerade mal das iPhone heraus. Die Digitalisierung war noch nicht lange vorangeschritten und der Berufsfindungsmarkt offenbarte sich mir noch nicht sehr. Was sollte man beruflich machen? Nach mehreren Stationen in der akademischen und praktischen Welt kann ich jedem nur empfehlen, sich nicht allzu sehr in theoretischen Konstrukten zu verlieren. Die Welt findet „da draußen“ vor dem Computer, vor Instagram oder anderen digitalen sozialen Medien statt. Durch Youtube und ähnliche oder andere Video-Plattformen und einer endlosen Menge an subjektiven Videos werden Meinungen von jeder / jedem publiziert, der es für wichtig hält ein Beitrag zu Themen zu geben. Dadurch „verwässert“ sich allerdings eine inhaltlich qualitative Meinung. Menschen sind jetzt in einer besonderen Situation: Filtern von „für mich wichtig“ und „für mich unwichtig“. Muss ich studieren, um erfolgreich zu werden? Ist es wichtig beliebt zu sein? Muss jeder in Bitcoins investieren? Ist vegan der Heilsbringer vor Krebs? Dürfen Impfverweigerer nicht mehr raus? und …macht Geld glücklich?

…Jede dieser Fragen beinhaltet unterschwellig Annahmen, über die man sich im Kern erst einmal auseinandersetzen muss. Es ist daher meiner Meinung nach schwierig aus dem Gros an vielen Themen und Quellen herauszufiltern, was einem für richtig und wichtig oder unwichtig erscheint. Aber nun zum Konkreten:

In der heutigen Zeit ist es en vogue, wenn Du studierst: Die Menge an Studierenden kann als Indikator hierfür verwendet werden, denn: Fakt ist auch, Pflegefachkräfte und die ganzen „praktischen Ausbildungen“ wie Tischler, Maurer, etc. sind nicht mehr interessant, weil sie körperlich anstrengend und schlecht bezahlt sind. Wozu also sich dem hingeben?

Fakt ist auch: Wenn DU mal alt bist, wer kümmert sich dann um dich? Wenn du nicht gerade vermögend oder „reich“ an Familienangehörigen bist? Wie ist die Erwartungshaltung, wie man dir im Alter gegenübertritt?

Unter diesem Aspekt ist es heutzutage relevant auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Es ist nicht notwendig, dass jeder Bänker, Betriebswirt oder Aktienanalyst wird (oder was auch immer) aber es ist auch wichtig seine eigenen Stärken und Schwächen für sich herauszufinden.

Macht daher Praktika! Macht Sie nach der Schule – macht ein oder mehrere freiwillige Jahre! Lebensläufe haben nicht durchgängig „perfekt“ zu sein.


Solltet ihr jedoch schon weiter sein und überlegt euch bezüglich eures beruflichen Aufstiegs nach einem Abschluss wo die Reise weitergehen soll, dann empfehle ich folgende Überlegungen:

  • Bin ich bereit umzuziehen? Wenn ja ist es wichtig sich über die verschiedenen Mietpreise in den verschiedenen Städten zu informieren, denn: höhere Löhne könnten zeitgleich auch mit den Mietpreisen einhergehen. Will heißen: Wenn ihr im Osten günstig wohnen könntet – wundert euch nicht, wenn es ggf. niedrige Lohnniveaus gibt. Es ist nur eine vage Vermutung, aber findet es selber heraus.
  • In welcher Branche bin ich tätig? Ist die Branche gerade total im „Trend?“ … wenn es in der Digitalbranche ist, kennt ihr den HypeCycle von Gartner? Schaut doch mal dort nach. Im Endeffekt ist es einfach eine bekannte Trendbetrachtung verschiedener Themen, sei es autonomes Fahren, Blockchain, etc.
  • Wie groß ist das Unternehmen? Je nachdem, wo und wie ihr anfangt, sollte euch es nicht abschrecken, das größere Unternehmen gegebenfalls weniger dynamisch agieren könnten. Klein- und mittelständische Unternehmen sind in dieser Hinsicht manchmal etwas agiler unterwegs. Aber insgesamt kann man das nicht an der Größe des Unternehmens sondern an der -kultur festmachen.

Info: Der Blogartikel stellt die Meinung des Autors zum Zeitpunkt der Erstellung dar.